Gold, goldig, gold digger – Warum nur Herbstmode das Herz erwärmen kann

Schluss. Aus. Ende! Here we go again! So hervorragend wir im Verdrängen auch sein mögen, es ist an der Zeit, sich einzugestehen: der Sommer ist vorüber. Wenn in München das Oktoberfest in die letzte Schunkelrunde startet, sind die Würfel gefallen! Das ist Erfahrungssache. In den Sternen steht, ob die Sonne des Scheinens einfach müde ist, oder ob die „Wiesn“ sie vertreibt. Wie dem auch sei, der Herbst breitet seine Arme aus und haucht mit seinem kühlen Atem, ein durchdringendes Frösteln unter unsere Crop-Tops.

In der Herbstmode erlöst uns der Camelcoat vom Cameltoe

Viele Menschen fürchten nun bereits die Kälte, die Dunkelheit, die Einsamkeit und Tristesse des Winters, als dessen kleinen Bruder sie den Herbst verkennen. Nicht so Viola und ihre stylingverrückten Geschwister im Geiste! It‘s all a matter of attitude – und damit kennen sich Fashionqueens aus, wie sonst niemand. Der goldene Herbst hat seinen schönen Beinamen für sie nicht nur wegen des sanften Lichts, in das er alles taucht. Oder den kräftiggelben Feldern, den farbdurchtränkten Blättern und knisternden Flammen im Kamin. Nein! Der Herbst ist für Dandys und ihre Modepuppen golden, weil er ihre Herzen wieder höher schlagen lässt. Es ist Zeit für die Herbstmode: Endlich können sie sich wieder austoben, wie Kinder auf dem Jahrmarkt: auf geht´s in eine neue Runde Riesenspaß. Menschen wie Viola, sind quasi die Herbstzeitlosen der Modemassen – sie blühen auf!

So sehr Viola es genossen hat, den ganzen Sommer vom Haubentaucher zum Schlachtensee, vom Outdoor-Yoga zum Kino-Open-Air, vom Picknick im Thaipark zur Party auf dem Tempelhofer Feld und von Biergarten zum Barlaunch zu hoppen – und das ohne irgendwelchen Aufwand, kein Frieren, kein Warten, kein Schleppen, kein Schwitzen – so sehr genießt sie es jetzt, sich endlich, endlich, wieder anzuziehen, um loszuziehen. Und ja, und Herbstmode bedeutet auch, sich gerne mehrmals täglich umzuziehen – denn es gibt ja so schrecklich viel über sie zu erzählen. Modisch gesehen. Egal ob 70s-Revival, Suede-Look, Bikerstyle, Folklore, Bohamian-Trend oder Karomuster, ob Satin-Fashion oder Black-Allover, ob Understatement oder Sparkle-and-Shine: Das Outfit hat wieder eine Aussage. Und still und leise erlöst uns der Camelcoat vom Cameltoe – und da sind wir doch sehr dankbar!

Herbstmode bietet Kombinationsmöglichkeiten en masse

Wenn man es ehrlich gesteht, ist leichtbekleidet aus dem Haus zu stürmen, nicht nur eine Erleichterung, sondern auch ganz schön langweilig. Individualität wird im Sommer so kleingeschrieben wie Indoorarena. Beinahe, als wäre es peinlich.

Der Oktober ist der Startschuss für die modisch gesehen interessanteste Saison des Jahres. Mit der Herbstmode hat man plötzlich wieder unzählige Kombinationsmöglichkeiten. Es ist kalt genug, um sich anzuziehen und warm genug, um sich nicht komplett zu verhüllen. Und die Berliner Fashionavantgarde und Nightliferocker kreischen versammelt „Yeayyyyyy, lets rock this shit!“, mit derselben, ihnen eigene Inbrünstigkeit, mit der sie gestern noch ihre Espandrilles gehypt haben.

Flohmarkt Herbtsmode

„Stimmt, ist aber im Frühjahr auch so“ wollen die neunmalklugen Nörgler und ewigen Einwender einwerfen. Stimmt aber nicht: Im Frühling ist unsere Auswahl auf ein Minimum beschränkt: allein in Sachen Material ist vieles einfach zu schwer für die Leichtigkeit, die uns um die Ohren weht. Leder, Samt, Cashmir, Mohair, Wolle, Tweed und Teddyfell sehen bei 30 Grad im Schatten doch etwas affig aus. Und auch accessoiretechnisch sind wir im Wonnemonat längst nicht so ungebunden, wie in dieser wunderbaren, fabelhaften und einzigartigen Hochzeit des textilen Wahnsinns (nein, nicht Hochzeit – das ist wieder so ein Sommerthema, damn it).

 

Stiefel, Boots, Pumps, Parkas & superweiche Oversize-Cardigans wollen endlich wieder angeben

Selbstverständlich kommt auch ein Profi wie Viola zunächst ins Schwitzen, wenn sie vor ihrem Kleiderschrank steht, um ihr Outfit für die Herbstmode step-by-step zu kreieren. Da muss sie sich nach Monaten der beinahen Freikörperkultur erstmal wieder einfühlen. Bis zur offiziellen Eröffnung der Sharlie Sheen Bar hat sie noch gute drei Stunden Zeit. Weil Viola Viola ist, hat sie den Vorteil, dass sie selbstverständlich schon VOR der Eröffnung, die ein- oder andere Nacht im „Sheen“ verbracht hat – als es noch warm war, als sie noch unter sich waren. So weiß sie, wer kommen wird, was sie trinken werden (ja, nicht jeder Drink matched jedes Outfit), wie die Bar aussieht, was die anderen Gäste tragen werden. Quasi ein Heimspiel. Also erstmal in Ruhe mit einem Gläschen Crémant Rosé, einem Stapel aktueller Magazine und dem iPad voller Fashion aufs Bett werfen, und gaaanz in Ruhe stöbern. Gut Ding will Weile haben – und keine Langeweile. Zu allererst mal scannen, was da alles in den Schränken vor sich hin staubt: all ihre Stiefeln, Boots, Pumps, Parkas, Ponchos, Hüte, Mäntel, Schals, Kleider, Röcke, Hosen, Blusen und superweichen Oversize-Cardigans wollen endlich wieder angeben.

Viola blättert und scrolled, reißt aus und sreenshotet, hakt ab und ordert. Was steht mir, auf was habe ich Lust, und vor allem: was ist meine Message tonight? Oooo, ist das aufregend! Was so einfach aussieht bei den Schönen dieser Stadt, ist wirklich hart erarbeitet. Von nichts kommt nichts – auch nicht nachts.

Sich im Herbst zu stylen, folgt der Devise: Per aspera ad astra – auf den rauhen Pfaden zu den Sternen! Und sind wir mal ehrlich: wie soll man nach den Sternen greifen, ohne Glitzerpumps?

 

 

 

Beitragsbild: © tinx / Dollar Photo Club
Bild im Artikel: © LoloStock / Dollar Photo Club

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